• 2016
    • Giebel, G., Rossegger, A., Endrass, J. (2016). Attentate an Schulen: Ein forensisch-psychologischer Vergleich aller Fälle von Attentaten an Schulen Deutschlands mit dem Attentat an der Columbine-High School. Kriminalistik.
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      Es gibt bis heute keine allgemein anerkannte Definition des Phänomens von Attentaten an Schulen (englisch: „school shootings“). In Abhängigkeit von der verwendeten Definition werden für Attentate im Schulkontext heterogene Prävalenzraten für einzelne Länder ausgewiesen. In der vorliegenden Arbeit wurden einem Definitionsvorschlag von Scholl et al. (in preparation) folgend, alle zwischen 1999 und 2012 in Deutschland verübten Attentate an Schulen über einen multidimensionalen Vergleich dem Attentat an der Columbine-High School gegenüber gestellt, das international als Prototyp für Attentate an einer Schule gilt. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die bekannten Attentate an Schulen in Deutschland entweder in der Qualität oder dem Ausmaß von dem Attentat auf die Columbine-High-School unterscheiden.

    • Rossegger, A., Endrass, J., Gerth, J. (2016). Mehrfachtötungen im Arbeits- und Ausbildungskontext. forum kriminalprävention, 2, 41-45.
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      Der Beitrag fasst die Ergebnisse der Arbeitsgruppe „Forensische Psychologie“ des Forschungsprojekts „Tat- und Fallanalysen hochexpressiver, zielgerichteter Gewalt (TARGET)“ zusammen, in der die Universität Konstanz und der Psychiatrisch-Psychologische Dienst des Amtes für Justizvollzug im Kanton Zürich in der Schweiz vertreten sind.

    • Gerth, J., Rossegger, A., Bauch, E., Endrass, J., (im Druck). Assessing the discrimination and calibration of the Ontario Domestic Assault Risk Assessment in Switzerland. Partner Abuse
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      Intimate partner violence (IPV) is a major public health issue; worldwide, almost one in three women is affected. Police involvement in IPV cases has substantially increased due to “pro-arrest” and “pro-charging” policies and the enforcement of laws protecting victims of domestic violence. In the course of these changes, several front-line instruments have been developed to structure police risk assessment and decision-making strategies in such cases. One of those is the Ontario Domestic Assault Risk Assessment (ODARA). To investigate its validity in a Swiss police setting a total cohort of male IPV offenders was retrospectively assessed for a fixed time at risk of five years. The recidivism base rate was 32%, when recidivism was defined as subsequent police-registered IPV. Although ODARA scores were significantly correlated with IPV recidivism, they showed poor discrimination and calibration. Despite comparable base rates of recidivism, the Zurich sample scored significantly higher on the ODARA than the development sample. This mismatch of the expected and observed recidivism rates resulted in an overestimating of risk, especially in the two highest risk bins. Several reasons for those deviations, such as level of intervention, victim’s reporting behavior and the dynamic nature of IPV, are discussed. Keywords: intimate partner violence, partner abuse, validity, screening, police.

  • 2015
    • Endrass, J., Sadowski, F., Böckler, N., & Rossegger, A. (2015). Der Weg zum (terroristischen) Attentäter: Gewalt legitimieren, um Gewalt auszuüben. Kriminalistik, 5, 328-334.
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      Zur Erklärung von Anschlägen wie den auf die Redaktion von Charlie Hebdo oder den auf den Boston-Marathon sind etliche Modelle entwickelt worden. Dabei sind insbesondere mehrdimensionale Risikomodelle, die Kriterien abfragen, die direkt mit der Gewalttat assoziiert sind, für die Praxis hilfreich. Basierend auf dem mehrdimensionalen Risikomodell für persönlich motivierte Attentate (Endrass et al., 2014) werden drei Prototypen von Tätern vorgestellt, die massive Gewalt im öffentlichen Raum anwenden: Täter, bei denen eine schwere psychische Störung im Vordergrund steht, Täter bei denen der Anschlag Ausdruck von Dissozialität ist und schließlich solche, die kontextspezifisch Gewalt legitimieren. Vor dem Hintergrund der drei Prototypen wird der Stellenwert von Radikalisierungsmodellen kritisch diskutiert und dem Konzept der Legitimierungsarbeit für Gewalt gegenüber gestellt, das erklärt, wie es einer Person, die bisher nicht durch Gewalt aufgefallen ist, gelingt, ihre persönlichen Normen so anzupassen, dass auch extreme Formen von Gewalt als legitim angesehen werden.

    • Gerth, J., Rossegger, A., Singh, J.P., & Endrass, J. (2015). Assessing the risk of severe intimate partner violence: Validating the DyRiAS in Switzerland. Archives of Forensic Psychology, 1(2), 1-15. doi: 10.16927/afp.2015.1.1
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      The aim of the present study was to investigate the performance of the Dynamic Risk Analysis System (DyRiAS) in assessing the risk of lethal and potentially lethal intimate partner violence (IPV) in the Canton of Zurich, Switzerland. Police records were used to retrospectively administer the DyRiAS for 171 IPV offenders processed by the municipal police of Zurich in 2008. The sample was then followed for between three months to five years. The ability of the six DyRiAS risk categories to discriminate between recidivists and non-recidivists was investigated using correlational and receiver operating characteristic curve analyses. DyRiAS assessments were not found to produce significant associations with lethal or potentially lethal IPV. Furthermore, the finding that no non-recidivists were assigned to the lowest risk categories of the DyRiAS and none of the offenders of the highest risk category recidivated could not be attributed to intense police interventions. On the basis of the current study, the DyRiAS does not appear to be able to predict the likelihood of lethal or potentially lethal IPV. Further research is necessary to replicate these findings in larger samples and using prospective study designs.

  • 2014
    • Giebel G, Rossegger A, Seewald K, Endrass J (2014). Psychopathologie von Amokläufern: Ein systematischer Vergleich der Täterprofile von Erwachsenen-Amok, Schul-Amok und Selbstmordattentaten. Kriminalistik, 5: 323-332.
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      Der Begriff des Amoks wird für unterschiedliche Formen von zielgerichteter Gewalt verwendet, die sich gegen mehrere Personen richtet. Schul-Amok, Arbeitsplatz-Amok und terroristische Selbstmordattentate beschreiben spezifische Formen des Amoks. Wenngleich Amoktaten vergleichbar seltene Ereignisse darstellen, sind, nicht zuletzt aufgrund der medialen Verbreitung, die gesellschaftlichen Auswirkungen hoch. Dementsprechend hat die Früherkennung von potenziellen Amoktätern und die Verhinderung entsprechender Delikte eine große gesellschaftspolitische Relevanz. Unter Gesichtspunkten der Prävention kommt der Frage nach psychiatrischen Auffälligkeiten der Täter eine besondere Bedeutung zu. Vorliegende Übersichtsarbeit stellt eine systematische Aufarbeitung empirischer Befunde über die Psychopathologie von Amoktätern dar.  

    • Endrass, J., Rossegger, A., Loock, F., & Bannenberg, B. (2014). Risikomodell für persönlich motivierte Attentate. Kriminalistik, 7, 471-475.
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      Die Prävention persönlich motivierter Attentate ("Amok"), die das Leben mehrerer Menschen gefährden, stellt eine relevante gesellschaftspolitische Aufgabe dar. Im Nachgang an die Taten lassen sich häufig Drohungen oder Auffälligkeiten in der Persönlichkeit der Täter finden. Dennoch weisen bisherige empirische Untersuchungen auf eine grosse Heterogenität der Täterprofile hin. Ein Präventionsmodell muss mehrere Faktoren berücksichtigen und kann sich nicht nur an einem einzelnen Kriterium - wie z.B. der Ausgestaltung der Drohung oder dem Vorhandensein bestimmter psychiatrischer Störungsbilder - orientieren. Auf der Grundlage von empirischen Ergebnissen aus dem Bereich der Amokforschung sowie Risikomodellen, die für den Umgang mit potenziell gewaltbereiten Personen entwickelt worden sind, wird in vorliegender Arbeit ein mehrdimensionales Risikomodell vorgeschlagen, das die Beurteilung der Ausführungsgefahr von persönlich motivierten Attentaten erlaubt. Das Modell setzt sich aus den vier Dimensionen "psychiatrische Auffälligkeiten", "personale Eigenschaften", "situative Belastungsfaktoren" und "Warnverhalten" zusammen.

    • Gerth, J., Rossegger, A., Urbaniok, F. & Endrass, J. (2014). Das Ontario Domestic Assault Risk Assessment (ODARA) - Validität und autorisierte deutsche Übersetzung eines Screening-Instruments für Risikobeurteilungen bei Intimpartnergewalt. Fortschritte de
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      Weltweit wird durchschnittlich jede dritte Frau Opfer von Intimpartnergewalt. Viele Frauen sind wiederholt betroffen. Um dem Risiko erneuter Gewalt effizient zu begegnen, ist ein reliables und valides Instrument zur Risikobeurteilung notwendig. Bis heute wurden mehrere Risk-Assessment Instrumente spezifisch für den Kontext der Intimpartnergewalt publiziert. Eine besondere Anforderung an diese Instrumente ist der breite Kontext, in dem die Instrumente in der Praxis zur Anwendung kommen (z.B. bei Polizei, in Kliniken und Opferberatungsstellen), um entsprechende Fälle zuverlässig triagieren zu können. Ziel der Entwicklung des kanadischen Ontario Domestic Assault Risk Assessment (ODARA) war es, ein ökonomisches Instrument für die Triage von Niedrigrisiko- und Hochrisiko-Tätern von Intimpartnergewalt bereitzustellen. Bisherige Validierungsstudien weisen auf eine moderate bis gute Trennschärfe des ODARA hin, wobei robuste Befunde für den deutschsprachigen Raum noch ausstehen. In der vorliegenden Arbeit wird eine wissenschaftliche und von den Autoren der Originalversion autorisierte Übersetzung des Instrumentes vorgestellt. 

  • 2012
    • Kilvinger F, Rossegger A, Urbaniok F, Endrass J (2012): Risikokalkulation bei häuslicher Gewalt. Fortschritte der Neurologie - Psychiatrie. 80(6).312-319
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      Die Arbeit verfolgt das Ziel einen systematischen Überblick über Risk-Assessment Instrumente zu geben, die eine Beurteilung des Wiederholungsrisikos häuslicher Gewalt erlauben. Es konnten sechs Instrumente identifiziert werden, die erstens in einer wissenschaftlichen Zeitschrift mit peer review Verfahren publiziert wurden und zweitens empirisch validiert wurden: das Domestic Violent Screening Instrument (DVSI), das Danger Assessment (DA), das Spousal Assault Risk-Assessment (SARA) und die aktuarischen Instrumente, wie das Ontario Domestic Assault Risk-Assessment (ODARA), der Violence Risk Appraisal Guide (VRAG) und der Domestic Violence Risk Appraisal Guide (DVRAG). Diese Instrumente werden im Hinblick auf ihre Validität und Aspekte der praktischen Anwendung diskutiert.

  • 2006
    • Urbaniok, F., Rossegger, A., Steinfeld, O., & Endrass, J. (2006). Drohungen als Vorboten schwerer Gewalttaten. Fortschritte der Neurologie und Psychiatrie, 74(6), 337-345.
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      Drohungen sind häufige Ereignisse. In der Schweiz machten sie z. B. 2002 2,8 % aller registrierten Einzelstraftaten aus und zeigten eine starke Zunahme. Nur ein geringer Teil der Drohungen wird ausgeführt. Andererseits gehen vielen schweren Gewaltstraftaten Drohungen voraus. Darum wird immer wieder die Frage aufgeworfen, ob die Tat durch eine adäquate Beurteilung der Drohung hätte verhindert werden können. Auch wenn Drohungen weder hinreichende noch notwendige Voraussetzungen für schwere Gewalttaten sind, empfiehlt es sich, jede Drohung ernst zu nehmen und eine Risikobeurteilung vorzunehmen. Es besteht ein breiter Konsens über die Notwendigkeit der Drohungsanalyse, zumal Hinweise aus der Praxis dafür vorliegen, dass mit professionellen Risikoanalysen Straftaten verhindert werden können. Bei der Analyse der Drohung kann wegen der sehr geringen Basisrate schwerer Gewaltdelikte nicht auf profilorientierte (statische) Verfahren zurückgegriffen werden. Vielmehr ist ein prozessorientiertes Vorgehen indiziert, bei dem die Drohung und deren Kontext individuell beurteilt wird. In den bislang durchgeführten Untersuchungen wurden Befunde zu verschiedenen Aspekten von Drohungen vorgelegt, die bei der Beurteilung bestimmter Einzelfälle hilfreich sein können. Neben der konkreten Analyse von Merkmalen der Drohung gilt es, die Täter-Opfer-Beziehung sowie die Persönlichkeit des Täters genau zu analysieren. Es besteht die Aussicht, mit weitergehenden Forschungen ein bislang noch nicht ausreichend genutztes Potenzial zur Prävention schwerer Gewalttaten zu erschließen.  

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